Warum braucht es eine Marke wie Mint Girls und wie alles begann

Vor fast einem Jahr habe ich mein Unternehmen Mint Girls gegründet. Eine Modemarke für Mädchen, die Wissenschaft, Technik, Raumfahrt, Trucks und mehr lieben.


Bevor ich einfach darauf losgerannt bin, habe ich meine Idee vielen Menschen vorgestellt, um zu sehen, ob ich mit dem Thema erfolgreich werden könnte. Die Reaktionen waren sehr unterschiedliche. Wenn ich mit Leuten sprach, die keine Kinderkleidung kaufen, verstanden diese nicht, warum eine weitere Bekleidungsmarke notwendig ist. Gibt es nicht schon zu viele Bekleidungsmarken da draussen? Warum noch eine?

Was mich in der Zeit während meiner Marktanalyse ermutigte, waren all diejenigen, die Erfahrung damit haben, Kinderkleidung zu kaufen. Ich musste nicht lange erklären, warum Mint Girls eine Marktlücke füllt. Zugegebenermassen waren nicht alle der Meinung, dass die Marktlücke geschlossen werden muss. Aber alle waren sich einig, dass es eine Lücke gibt.



Welches Unternehmen könnte besser werden, als eines, in dem ich mein eigenes Problem löse?!

Meine beiden kleinen Töchter lieben es, Kleider mit Prinzessinnen und Einhörnern zu tragen. Aber sie mögen auch Legos, Autos und sind fasziniert vom Weltraum. Meine damals 3-Jährige hat mich um ein Kleid mit einem Raumschiff gebeten, weil sie zum Mond fliegen möchte.

Mir gefiel ihre Idee (auch wenn ich froh bin, dass sie nicht wirklich zum Mond fliegt... zumindest im Moment) und ich begann, online nach einem Kleid zu suchen, das ihr gefallen würde. Für alle Eltern, die diesen Prozess durchlaufen haben, kann ich eure Schwierigkeiten nachempfinden. Ich konnte nichts finden!


Ich begann dann, meine Suche auszuweiten zu Kleidung mit Planeten, Sternen, Astronauten.... und hatte immer noch keinen Erfolg. Diese Motive scheinen nur auf Jungskleidung zu finden zu sein. Ich finde es nicht richtig, dass Mädchen in die Jungsabteilung gehen müssen, wenn sie ein weltraumbezogenes Motiv auf ihrer Kleidung haben wollen. Oder irgendein anderes MINT*-bezogenes Thema. Ich will gar nicht erst damit anfangen, dass Mädchen- und Jungskleidung schon in jungen Jahren unterschiedlich geschnitten ist (warum ist ein Jungs-T-Shirt in Grösse 98 deutlich grösser als ein Mädchen-T-Shirt in derselben Grösse?) oder dass die meisten Kleidungsstücke in der Jungsabteilung dunkelblau, dunkelgrün oder grau sind.


Da stand ich also und hatte meiner Tochter ein Kleid mit einem Raumschiff versprochen (man könnte sagen, das war ein bisschen voreilig) und hatte keine wirkliche Lösung dafür.


Da ich gerne Probleme löse, wusste ich, was zu tun war!


Seit ich klein war, versuche ich Lösungen zu finden, anstatt mich zu beschweren. Nach einigen Recherchen und einer Marktanalyse habe ich festgestellt, dass es eine klare Marktlücke gibt und viele Menschen daran interessiert sind, Mädchen eine grössere Auswahl als nur Prinzessinnen- und Einhornkleider zu bieten.


Und so wurde der Entschluss gefasst, dass ich etwas dagegen tun wollte. Manche würden das als eine dumme Entscheidung bezeichnen. Ich hatte weder Erfahrung in der Modebranche, noch im Design oder in der Produktentwicklung. Aber eines der ersten Dinge, die ich in meinem ersten Startup gelernt habe (dies ist mein zweites), ist, dass man nicht alles wissen muss, sondern dass man sich mit Leuten umgeben muss, die mehr Wissen und mehr Erfahrung mitbringen als man selbst. Man kann nicht in allen Bereichen ein Experte sein, und das ist auch in Ordnung so. Der erste Schritt zum Erfolg besteht darin, seine Stärken und Schwächen zu kennen und sie zu akzeptieren.


Was ich mitbringe, ist genauso wichtig für den Erfolg - Leidenschaft für das Thema, ein Business Hintergrund und ein grossartiges Netzwerk an Menschen und ihrem Fachwissen. Ich habe angefangen, mit vielen Experten aus der Mode- und Designwelt zu sprechen und mit erfahrenen Designern und Produktionsfirmen zusammenzuarbeiten. So konnte ich sicherstellen, dass die von mir hergestellten Produkte von hoher Qualität sind. Und so habe ich angefangen an Entwürfen und Schnittmustern zu arbeiten, fand Unternehmen in Portugal, die meine Kleidung auf nachhaltige Weise herstellen würden, und entwickelte einen Plan für die Markteinführung. Nachdem ich einige Muster der Kleidungsstücke erhalten hatte, beschloss ich frühzeitig, mit einer Crowdfunding-Kampagne mein Unternehmen zu starten. Zum einen, um den Markt zu testen und zu sehen, ob Interesse an meiner Kleidung besteht (und nicht nur in Theorie), und zum anderen, um eine Anfangsinvestition für die erste Kollektion zu haben. Die Kampagne war ein grosser Erfolg und die Produktion konnte beginnen!



Ich hatte die erste Kollektion für August/September erwartet, aber in Wirklichkeit erhielt ich die Kleider erst im November. Rückblickend sehe ich, dass der Zeitplan sehr optimistisch war und die (letztlich zahlreichen) Feedbackschleifen nicht berücksichtigt wurden. Besonders wenn man das erste Mal mit einer Produktionsfirma zusammenarbeitet, gibt es viele Dinge, die beide Seiten voneinander lernen müssen. Um am Ende ein qualitativ hochwertiges und stilvolles Produkt zu erhalten, nahm ich lieber ein oder zwei Feedbackrunden mehr auf mich. Die Endprodukte sind es auf jeden Fall wert! Ich habe ausgezeichnete Rückmeldungen erhalten und fühle mich sehr motiviert, die Reise fortzusetzen.


Im Moment arbeite ich an meinen nächsten beiden Kollektionen (Frühjahr/Sommer 22 und Herbst/Winter 22) und bin sehr gespannt darauf, wie die neuen Entwürfe aufgenommen werden. Was glaubt ihr, wie die neuen Designs aussehen werden?




*Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

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